Fakten

Ziele der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen

Vom 7.-18. Dezember treffen sich in Kopenhagen die Regierungen der ganzen Welt, um ein internationales Klimaabkommen auszuhandeln. Es soll auf das Kyoto-Abkommen folgen und 2013 in Kraft treten.

Laut Wissenschaft bleibt uns nur noch wenig Zeit, die Treibhausgase in einem Maße zu senken, dass die globale Durchschnittstemperatur um maximal 2°C ansteigt. Schon diese Erwärmung wird enorme Folgen nach sich ziehen. Werden notwendige Klimaschutzmaßnahmen jedoch versäumt, droht der Klimawandel unkontrollierbar zu werden.

Ausgangssituation

Ziel der Konferenz ist ein gerechtes, effektives und wissenschaftsbasiertes Abkommen, das die globale Erwärmung deutlich unter 2°C halten wird und die besonders Betroffenen bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Doch davon ist die Staatengemeinschaft derzeit weit entfernt. Die Vorverhandlungen verliefen schleppend und die Differenzen zwischen den einzelnen Staatengruppen wurden größer statt kleiner. Die Industrieländer sind für den größten Teil der Treibhausgase in der Atmosphäre verantwortlich und weisen die höchsten Pro-Kopf-Emissionen auf. Daher müssen sie im Klimaschutz den ersten Schritt machen und mit gutem Beispiel voran gehen, um auch Schwellen- und Entwicklungsländer ins Boot zu holen. Doch die Wirtschaftskrise und die Angst vor Konkurrenz aus den aufstrebenden Schwellenländern führen dazu, dass die Industrieländer zaudern. Damit gerät der gesamte Prozess ins Stocken.

Knackpunkte der Verhandlung

Zwei Schlüsselfragen entscheiden über den Erfolg oder Misserfolg der Verhandlungen:

  1. Können sich die Industrieländer auf verbindliche Ziele zur Treibhausgasminderung einigen, die den wissenschaftlichen Empfehlungen entsprechen?
    Die Wissenschaft empfiehlt eine Reduzierung um minus 25% bis minus 40% bis 2020 gegenüber den Emissionen um 1990. Doch selbst die EU tut sich mit dieser Empfehlung schwer: sie hat sich auf 20% festgelegt, mit der Option auf 30% zu erhöhen, wenn andere Länder vergleichbare Anstrengungen unternehmen. Große Hoffnungen liegen auch auf den USA, aber diese machen ihre Reduktionsziele davon abhängig, ob die großen Schwellenländer ebenfalls Verpflichtungen eingehen und sprechen derzeit über Minderungszielen von 4%-7%. Japan liegt mit 8%-9% knapp darüber. Die Schwellenländer sind zwar grundsätzlich bereit, einen substanziellen Beitrag zu leisten, pochen aber darauf, dass zuerst die Industrieländer für sich Reduktionsziele festlegen, bevor über Aktivitäten des Südens verhandelt wird.
  2. Werden die Industrieländer angemessene Finanzmittel zur Verfügung stellen, damit die Entwicklungsländer eine eigene klimafreundliche Entwicklung vorantreiben und die Anpassung an unvermeidbare Folgen des Klimawandels finanzieren können?
    Der Stern-Report und die Berichte des Weltklimarates haben die notwendigen Finanzmittel für den Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft in den Entwicklungsländern auf jährlich 100 bis 200 Milliarden US-Dollar geschätzt. Doch weder die EU noch die USA, Japan, Kanada oder Australien haben bisher konkrete Zahlen benannt. Diese wird wohl erst in der letzten Nacht in Kopenhagen geschehen…
    Darüber hinaus drohen die Anpassungskosten an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel in den armen Ländern unter den Tisch zu fallen. Die Anpassungszahlungen sind jedoch keine Wohltätigkeit sondern Ausgleichzahlungen.

Öffentlichen Druck erhöhen

Öffentlicher Druck ist notwendig, um der Staatengemeinschaft in Kopenhagen auf die Sprünge zu helfen. Gruppen und Institutionen aus dem gesamten gesellschaftlichen Spektrum sind bereits aktiv. Eine Übersicht über die Menge und Vielfalt der bisher geplanten Vorhaben sowie Anregungen zum Mitmachen finden Sie auf dieser Webseite.